Das Phänomen Kaltluftseen – Wo das Eis zuerst wächst
Für Eisbader und Winterschwimmer sind sie im Spätherbst die absoluten Hotspots: Kaltluftseen (meteorologisch auch als Kältebecken oder Dolinen bezeichnet). An diesen ganz besonderen Orten sinken die Temperaturen in klaren Winternächten tiefer als irgendwo sonst in der Schweiz. Das Resultat sind spiegelglatte, extrem stabile Eisschichten und Wassertemperaturen nahe dem Gefreirpunkt, lange bevor der Winter im Schweizer Flachland Einzug hält.
Wie entsteht ein Kaltluftsee? Die Physik dahinter
- Vorsicht beim Nachwärmen: Da die Luft in der Senke oft drastisch kälter ist als auf den umliegenden Hügeln, droht nach dem Ausstieg ein massiver Afterdrop. Packe trotz schneller Wechselkleidung immer eine winddichte Haube und eine dicke Daunenjacke ein.
- Atemwege schützen: Das Einatmen extrem kalter Luft direkt nach der körperlichen Belastung des Kältebads fordert die Bronchien. Atme nach dem Ausstieg bewusst durch die Nase ein.
- Niemals ungesichert: Aufgrund der extremen Mikroklimata und der oft abgeschiedenen Lage dieser Senken gilt auch hier das oberste Gebot des KÄLTENETZWERKS: Bade niemals allein!
„Du möchtest wissen, wie sich die Eisdecke auf unseren Seen physikalisch verhält? Alle Details findest du in unserer grossen Eiskunde. Die wichtigsten Verhaltensregeln für den Winter haben wir zudem in den Kaltbaden Tipps & Regeln für dich zusammengefasst.
weitere Informationen zu Kaltluftseen:
"Die tiefsten Minimaltemperaturen in der Schweiz treten nicht auf den höchsten Gipfeln der Alpen, sondern in Kaltluftseen auf. (Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Ahlheim, Grill, Schirmer, Buschner & Werner, 1988) definiert den Begriff Kaltluftsee als
„Ansammlung lokal gebildeter Kaltluft in abgeschlossenen konkaven Geländeformen oder an Hindernissen infolge Kaltluftstaus.“
Kaltluftseen üben eine ganz eigene Faszination aus. Sie entkoppeln sich von ihrer Umgebung, und man taucht unter idealen Bedingungen temperaturmässig innerhalb kürzester Distanzen in eine komplett andere Welt ein.
Das Interesse an Kaltluftseen ist mehr als 100 Jahre alt. Ein Pionier der Erforschung von Kaltluftseen in der Schweiz war der promovierte Botaniker und Naturwissenschafter Samuel Aubert."
"Hier findest Du Informationen zum Thema „Kaltluftseen in der Schweiz“. Die Seite hat folgende Schwerpunkte:
- Grundlagen und Voraussetzungen für die Bildung von Kaltluftseen werden diskutiert.
- Bekannte (Muotathal) und weniger bekannte Kaltluftseen werden vorgestellt.
- In einigen Kaltluftseen (z.B. Sämtisersee oder Hintergräppelen) werden eigene Messungen durchgeführt oder sind solche geplant. Resultate und Auswertungen dieser Messungen werden nach und nach auf dieser Seite publiziert."
Das Studium dieser Webseite lohnt sich für alle Eisbadende.